|
„k-UFO" ist in Bilk gelandet und zwar in einem Ladenlokal auf der Karolingerstraße. Die Künstler Lena Kuntze und Joachim Stallecker haben dort mit einem neuen Kunstraum einen Ort geschaffen, an dem die „Kultur Ihres Vertrauens" Platz nehmen kann. „Das kleine "k" steht für Qualität", wirbt Joachim Stallecker und verzieht dabei keine Miene, dabei steckt ihm nicht nur der Schalk im Nacken, sondern ist auch Konzept. Humor und Ironie, wie man seit den Dadaisten weiß, sind mit die wirkungsvollsten Waffen der Kunst. Gerade dann, wenn einem das Lachen schief im Halse steckenbleibt, bewegt sich was.
Gezeichnete Feldpostkarten Wie das funktionieren kann, macht das Künstlerduo gleich mit der Autftaktausstellung klar: „Humoristische Motive und bierernster Inhalt schaffen eine schöne Schräglage", kommentiert Lena Kuntze die Präsentation von gezeichneten Feldpostkarten und aquarellierten Landschaftsidyllen von August Vogt. Der Name des Künstlers, der 1900-1968 in Düsseldorf und Umgebung tätig war, ist unbekannt. Viele Dokumente - wie das Akademiezeugnis - sind in den Kriegsjahren verschütt gegangen, unauffindbar wie die meisten seiner Werke. Was geblieben ist, zeugt nicht nur von künstlerischer Qualität, sondern erzählt die Geschichte, wie das normale Leben trotz Krieg weitergeht. „Aktueller kann eine Ausstellung nicht sein", sagt Lena Kuntze und fügt hinzu, dass auch kommende Ausstellungen und Aktionen immer zeitgeschichtliche Themen berühren, indem sie rückblickend das Jetzt ins Visier nehmen. „Wir haben Türsteher und machen Gewinnspiele" bekennen Kuntze und Stallecker im Konzeptpapier und machen inspiriert durch die 2007 fällige Mehrwertsteuererhöhung die Drohung in Form einer Ausschreibung wahr: „brutto/netto" ist das Thema, mit dem Lebens- und Produktionsbedingungen von Künstlern hinterfragt werden. Ziel ist eine Gruppenausstellung im Dezember. Dass damit keine Großverdiener, sondern Produzenten im Mittelfeld angesprochen sind, ist klar. Genau die sollen im „k-UFO" eine Plattform finden. Damit aber alle guten Ideen nicht den Bach runter gehen oder in den alles verschlingenden Mainstream münden, werden Aktionen stets Dokumentationen folgen, die wie Postkarten, Poesie und Hörspiele in Form von Editionen zu erschwinglichen Preisen angeboten werden. Ein Künstlerspiel ist bereits auf dem besten Weg zum Publikumsrenner. Selbst-Vermarktung also für die, die sonst von der dicken Torte Kunstmarkt wenig sehen. - „August Vogt - Feldpostkarten und Idyllen" 1.-3. September im k-UFO, Karolingerstraße 21, Wettbewerbsunterlagen und Infos: www.k-UFO.de, info@k-UFO.de oder 209 5929. Eröffnung: 1. September, 19 Uhr
|